Spielmannszug 

Spielmannszug_Gruppe_2013.jpg

Gegründet im Jahre 1957, feiert der Spielmannszug 2017Jahr sein 60-jähriges Bestehen.

Folgenden geschichtlichen Abriss hat Torsten Wiegelmann vor einigen Jahren mit der Unterstützung des Gründungsmitglieds Meinolf Ort verfasst:

"Die Tradition, einen Festzug von Spielleuten anführen zu lassen, reicht weit zurück. So war es bereits vor dem 1. Weltkrieg üblich, dass beim Schützenfest einige Spielleute den Festzug mit Musik begleiteten. Aus alten Schulchroniken (1900-1930) geht hervor, dass  zu jener Zeit auch in Udorf schon eine Art Spielmannszug bestand. Dieser Spielmannszug wurde 1945 von den Besatzern zwangsaufgelöst.

 

Im Jahr 1954/1955 taten sich erneut einige junge Burschen zusammen, um an die alte Musiktradition anzuknüpfen. Zu Beginn war es kein Verein, eher eine „lockere“ Gruppe von Jugendlichen aus Udorf, die 1957 den Spielmannszug Udorf offiziell ins Leben riefen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:

Heinz Weige, Antonius Wenige, Wilhelm Steinhoff, Friedhelm Ende, Josef Kümmel, Fritz Viering, Oswald Wistuba und Meinolf Orth. Etwas später kamen Eduard Niemeier, Helmut Niemeier, Johannes Vogt, Reinhold Siegelmann, Wilhelm Wegener, Johannes Witwer sowie Johannes Horn hinzu.

 

Das Hauptproblem in den Anfängen war das wenige Geld. Bei nur wenigen Verdienern mit etwa 50 Pfennig Stundenlohn hieß es also viel sparen und bei jeder Gelegenheit Geld sammeln, wie z.B. beim „Maibaumsetzen“ und kleinen Ständchen im Dorf. Nach vielen mühsamen Gesprächen gab es ein zinsloses rückzahlungspflichtiges Darlehen vom Schützenverein Udorf für den Trommelkauf. Einen besonderen Gönner hatte die „Knüppelmusik“ zum damaligen Zeitpunkt in Pastor Wandt, der den jungen Leuten öfters eine kleine Spende zukommen ließ.

 

Die ersten Schritte der Musikerkarriere erfolgte mit Hilfe von Josef Niemeier (Flöte) und Heinrich Niemeier (Trommel), die bereits vor dem Krieg in der Udorfer „Knüppelmusik“ gewesen waren. Später wurde Herr Koch aus Erlinghausen als Übungsleiter angeheuert, der in einem Bataillons-Spielmannszug der Reichswehr gewesen war.

 

Den ersten öffentlichen Auftritt bestritt die Kerntruppe bereits im Jahr 1955 auf Bestellung von Pastor Wandt anlässlich des Osterfeuer in Heddinghausen. Die Uniform bestand aus einem weißen Hemd und einer weißen Hose in Kombination mit einer schwarzen Krawatte und der Schützenmütze. Im Gepäck waren der „Liebenmarsch“ und „Preußens Gloria“ als erste Musikstücke. Das Honorar bestand aus 50DM und ein paar Runden Bier bei „Cansteins Wilhelm“.

Ein Jahr später erfolgte dann der erste große Auftritt beim Viehmarktsumzug in Arolsen für den Schützenverein 1919 Arolsen, zum Repertoire gehörten nun auch die „Locke“ und der „Thorgauer“.

 

Seit dieser Zeit erlebte der Spielmannszug eine immensen Aufschwung. Es wurde aktive Nachwuchsarbeit betrieben und ständig das musikalische Niveau erhöht. Diese Arbeit mündete in der Teilnahme an verschiedensten Festlichkeiten. Ein besonderes Highlight war wohl die Teilnahme am Rosenmontagsumzug in Düsseldorf.

Heute gehören folgende Auftritte jedes Jahr zum Festplan des Spielmannszug: der Karnevalsumzug in Erlinghausen, die Schützenfesten in Udorf, Leitmar, Kohlgrund und Neudorf, die Kram- und Viehmarktsumzüge in Bad Arolsen, Landau und Rhoden sowie das Stadtschützenfest der Stadt Marsberg. Zum Freischießen in Mengeringhausen und Helsen wird ebenfalls regelmäßig gespielt.

 

Auch lässt es sich der Spielmannszug nicht nehmen, das Udorfer Dorfgeschehen musikalisch zu umrahmen, wo es u.a. schon zur Tradition gehört, den ortsansässigen Jubilaren ein Ständchen zu spielen und am Udorfer Osterfeuer, Schützenfest, St. Martinsumzug sowie Volkstrauertag mitzuwirken.

 

Mit einer Spielstärke von mittlerweile mehr als 40 aktiven Mitgliedern wird diese über 60-jährige Tradition des Spielmannszuges Udorf fortgesetzt und gepflegt sowie neue musikalische Wege erschlossen, so dass auch in Zukunft die rot-weiße Uniform die Dorfgemeinschaft sowie die öffentliche Präsenz Udorfs prägt.